90. ordentliche Vertreterversammlung der Volksbank Nordoberpfalz eG am 08.06.2016

Volksbank weiterhin auf Wachstumspfad bei solider Ertragslage

Am Mittwoch, 08. Juni 2016, fand in der Max-Reger-Halle in Weiden mit den Vertretern und Ersatzvertretern der Volksbank sowie zahlreichen Gästen und Mitarbeitern die 90. ordentliche Vertreterversammlung der Volksbank Nordoberpfalz eG statt. Überdurchschnittliches Wachstum im Bereich der Kreditausleihungen und der Kundeneinlagen sowie eine solide Ertragslage kennzeichnen das Geschäftsjahr 2015. Regulatorische Anforderungen und die Niedrigzinspolitik zeigen aber immer mehr ihre Auswirkungen.

 

Aufsichtsratsvorsitzender Josef Kürner begrüßte die zahlreich erschienenen Vertreter und Ersatzvertreter der Volksbank, die Repräsentanten aus den Städten und Gemeinden des Geschäftsgebietes sowie Ehrengäste und Mitarbeiter.

 

Entwicklung der Volks- und Raiffeisenbanken insgesamt sehr positiv

Nachdem sich Thomas Ludwig und Rainer Lukas, die mit Wirkung zum 01.01.2016 in den Vorstand berufen wurden, vorgestellt hatten, ging Direktor Rudolf Winter, Vorstandssprecher der Volksbank Nordoberpfalz, in seinem Rechenschaftsbericht zunächst auf die Gesamtentwicklung der 1.021 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland sowie auf die konjunkturelle Lage bis Ende 2015 ein. So konnte erneut auf ein hohes Mitgliederwachstum mit nunmehr 18,3 Mio. Menschen zurückgeblickt werden; allein 2015 sind 258.000 Menschen hinzugekommen. Auch bei den Krediten (+4,8%) und Einlagen (+4,5%) gewannen die Genossenschaftsbanken Marktanteile hinzu. In Bayern haben sich die Zahlen in Summe noch ein klein wenig besser als in Deutschland entwickelt. Beweis genug dafür, dass die Volks- und Raiffeisenbanken tief in der deutschen Bevölkerung verankert sind.

 

Die Wirtschaftsleistung in der Bundesrepublik Deutschland ist im Jahr 2015 mit 1,7% etwas stärker gestiegen als in den Vorjahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es 0,1% und 2014 1,6%. Die Preissteigerungen fielen insgesamt niedrig aus und sind um 0,9%-Punkte auf 0,3% gesunken. Hauptgrund für den Rückgang der Inflationsrate war insbesondere der Preisverfall bei Rohöl.

 

Die Entwicklung der Volksbank Nordoberpfalz eG im Jahr 2015

Das betreute Kundenvolumen (bilanzielles plus außerbilanzielles Kundenvolumen) hat sich weiter erhöht und beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 1,9 Mrd. Euro. Bei der Bilanzsumme konnte erstmals die 1 Mrd. Euro überschritten werden.

 

Die Nachfrage bei den Kundenkrediten war auch im Jahr 2015 ansprechend. So belief sich der Bestand von Kundenkrediten auf ca. 700 Mio. EUR, was einem Zuwachs von 5,5% ergebe. In Bayern betrug der Zuwachs 4,7%, womit die Volksbank ein überdurchschnittliches Kreditwachstum verzeichnen konnte. „Den Mittelstand unserer Region mit günstigen Krediten zu versorgen, war schon immer eines unserer primären Ziele“, erläuterte Vorstandssprecher Rudolf Winter.

 

Die Kundengelder sind unerwartet hoch um 9,4% (Bayern: 4,7%) auf 740 Mio. Euro gestiegen. Berücksichtigt werden müsse allerdings, dass bereits größere Beträge für Investitionen in 2016 verplant waren. Letztlich stelle diese Einlagenentwicklung aber einen großen Vertrauensbeweis der Kunden dar, obwohl die Anlageattraktivität durch die Nullzinspolitik der EZB leide. „Unverändert wichtig ist für jeden ein solider Kapitalstock – ob für die Ausbildung der Kinder, den Hausbau, die Altersvorsorge oder für Investitionen“, so Winter.

 

Gewinn ermöglicht hohe Rücklagenbildung - Stabilität der Volksbank weiter gestärkt

Aufgrund der Niedrigzinsphase gerate die Zinsmarge immer mehr unter Druck. Je länger die gewollte Niedrigzinsphase anhalte, desto höher werden die negativen Auswirkungen auf den Zinsüberschuss sein. So konnte das Zinsergebnis mit ca. 20,1 Mio. Euro stabil gehalten werden. In Prozent habe sich die Zinsspanne gegenüber 2014 allerdings von 2,11% auf 2,04% reduziert. Das Gesamtbetriebsergebnis betrage 9,2 Mio. Euro und damit 1,1 Mio. Euro weniger als im Vorjahr. Das neutrale Ergebnis, in welchem unter anderem die Wertberichtigungen auf Kredite und Wertpapiere enthalten ist, liege bei minus 800 TEUR und damit deutlich unter dem des Vorjahres von minus 2 Mio. EUR. Rudolf Winter fasste das Geschäftsjahr 2015 aus Sicht der Ertragslage als zufriedenstellend und auskömmlich zusammen.

 

Die Eigenmittel konnten im Jahr 2015 weiter ausgebaut werden. Nach der Vertreterversammlung mit Genehmigung des Jahresabschlusses und der Gewinnverteilung steigen die Eigenmittel um 5,5 Mio. EUR auf 101 Mio. EUR. Wie im Vorjahr erhalten die Mitglieder der Bank eine Dividende von 3 Prozent auf die Geschäftsguthaben; eine Verzinsung, die es so heute für sichere Anlageformen nicht mehr gibt.

 

Für 2016 prognostizierte Winter auf Basis der ersten fünf Monate trotz der schwierigen Rahmenbedingungen eine nur leicht rückläufige Ergebnisentwicklung.

 

Fusion geplant

Die langanhaltenden niedrigen Zinsen führen im Geschäftsmodell einer Regionalbank zu einem erheblichen Druck auf die Zinsspanne. Je länger diese Phase dauert, desto größere Veränderungen sind in den Geschäftsmodellen vorzunehmen, weil die bisherige Ertragsgrundlage abhandengekommen ist und nach derzeitigen Einschätzungen auch nicht rechtzeitig wiederkommt. Es müssen Prozesse rationalisiert werden und Beratungen dort angeboten werden, wo eine Genossenschaftsbank auch etwas verdiene. Unverändert gelte aber dabei die Zielsetzung, dass die Volksbank für Kunden und Mitglieder wahrnehmbar und erreichbar ist und damit nicht austauschbar werde. Unter anderem aus diesen Gründen habe die Volksbank Fusionsverhandlungen mit der Raiffeisenbank Weiden und der Raiffeisenbank im Stiftland aufgenommen. Die Verschmelzung solle zum 01. Januar 2017 stattfinden. Eine Bündelung der Kräfte stelle die strategisch richtige Antwort auf die künftigen Herausforderungen dar. Gemeinsam werde es leichter fallen, individuellere Angebote und Beratungsleistungen weiterzuentwickeln und technische Innovationen zügiger umzusetzen. Ein wichtiges Ziel im Rahmen der Fusion stelle der Erhalt der Kundennähe dar. Es werde weiterhin auf persönlichen Service, qualifizierte Beratung und schnelle Entscheidungen vor Ort gesetzt. Vertraute Ansprechpartner bleiben erhalten. Auch für die Mitarbeiter entstehe durch das größere Haus ein noch attraktiverer Arbeitgeber mit sicheren Arbeitsplätzen und interessanten beruflichen Perspektiven. Fusionsbedingt werden keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen.