Vertreterversammlung 2015

Volksbank auf Wachstumspfad – Marktbedeutung weiter ausgebaut

Vertreterversammlung 2015

Am Dienstag, 12. Mai 2015, fand in der Max-Reger-Halle in Weiden mit den Vertretern und Ersatzvertretern der Volksbank sowie zahlreichen Gästen und Mitarbeitern die 89. ordentliche Vertreterversammlung der Volksbank Nordoberpfalz eG statt.

Aufsichtsratsvorsitzender Josef Kürner begrüßte die zahlreich erschienenen Vertreter und Ersatzvertreter der Volksbank, die Repräsentanten aus den Städten und Gemeinden des Geschäftsgebietes sowie Ehrengäste und Mitarbeiter.

Rechenschaftsbericht des Vorstandes

Vertreterversammlung 2015

Direktor Gerhard Ludwig, Vorstandssprecher der Volksbank Nordoberpfalz, ging in seinem Rechenschaftsbericht zunächst auf die konjunkturelle Lage in Deutschland bis Ende 2014 ein.

Wirtschaftsleistung in Deutschland stärker als in den Vorjahren

Die Wirtschaftsleistung in der Bundesrepublik Deutschland ist im Jahr 2014 mit 1,6% deutlich stärker gestiegen als in den Vorjahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 waren es 0,4% und 2013 0,1%. Der Anstieg des BIP in Deutschland hat somit deutlich an Fahrt aufgenommen und setzt sich auch aktuell fort. Die Konsumausgaben waren der zentrale Motor, was besonders durch steigende Tarifabschlüsse und eine anhaltend günstige Beschäftigungsentwicklung positiv beeinflusst wurde. Dagegen war die Investitionsbereitschaft gedämpft und blieb insgesamt verhalten; allerdings wird mit einer leichten Aufhellung gerechnet.

Die Preissteigerungen fielen insgesamt niedrig aus und sind um 0,6%-Punkte auf 0,9% gesunken. Hauptgrund für den Rückgang der Inflationsrate waren die Energiepreise.

Am deutschen Arbeitsmarkt setzte sich der Aufschwung fort. Die Anzahl die Erwerbstätigen stieg auf rund 42,7 Millionen Menschen, wohingegen die Arbeitslosenquote um 0,2%-Punkte auf 6,7% gesunken ist.

Für 2015 wird gemäß Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts das Bruttoinlandsprodukt um fast 2% wachsen. Die Kombination aus ungetrübter Konsumfreude, guter Lage am Arbeitsmarkt, moderaten Inflationserwartungen und üppigen Tarifabschlüssen ergibt sein sehr optimistisches Bild für 2015. Auch die Wirtschaft außerhalb Deutschlands kommt wieder etwas in Schwung.

Zinsen / Euro / Börse

Die EZB verschärfte ihre Niedrigzinspolitik, indem sie zwei weitere Male an der Zinsschraube drehte. Der Leitzins für den Euroraum beträgt jetzt 0,05% p.a. Zudem fiel der Tagesgeldzins, d.h. der Zins für Übernachteinlagen der Geldhäuser bei der EZB in zwei Zinsschritten auf -0,20%. Erstmals verlangte die EZB damit einen Strafzins für bei der EZB geparkte Gelder. Hinzu kommt, dass auch für die kommenden Monate dauerhaft niedrige Zinsen für den Euroraum in Aussicht gestellt werden.

Die US-Notenbank Federal Reserve setzte im vergangenen Jahr ihre ultralockere Geldpolitik fort. Allerdings hat die FED im Oktober ihre monatlichen Anleihekäufe komplett eingestellt, was mit einer sich bessernden Ausgangssituation der gesamten US-Wirtschaft begründet wurde.

Die Bundesanleihen bleiben in 2014 als sicherer Hafen gefragt. Über das gesamte Jahr führte dies zu einem stetigen Rückgang der Renditen für Bundeswertpapiere, welche um 144 Basispunkte auf 0,50% fielen. Die anhaltende Unsicherheit auf den internationalen Finanzmärkten war ausschlaggebend, dass der Appetit der Anleger auf sichere Anlageprodukte verstärkt wurde.

Der Euro hat im vergangenen Jahr deutliche Kursverluste hinnehmen müssen. Bis zum Jahresende fiel der Euro-Dollar-Kurs auf 1,21 US-Dollar je Euro, das waren 16,5 US-Cent weniger als Ende 2013. Verantwortlich für die Euro-Schwäche waren in erster Linie die divergierenden Geldpolitiken dies- und jenseits des Atlantiks.

2014 war für den Deutschen Aktienindex (DAX) ein erfolgreiches Jahr. Der DAX zeigte dabei vor allem im letzten Jahresquartal 2014 keine Höhenangst und kletterte in dieser Zeit von einem Allzeithoch zum nächsten. Zum Ende des Jahres lag der DAX bei einem Punktestand von 9.805,05 Zählern, was 2,9% mehr als zum Vorjahresultimo waren.

Mittlerweise ist der DAX fünfstellig und erreichte am 16.03.2015 mit 12.219,05 Punkten einen historischen Höchststand. Die massive Liquiditätszufuhr durch die EZB über den Ankauf von Wertpapieren und die gute wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen in Deutschland führten zu einem rasanten Anstieg des DAX auf über 12.000 Punkte.

Region Nordoberpfalz

Die Wirtschaft im IHK-Bezirk startete ebenfalls zuversichtlich ins Jahr 2015.

Die Handwerkskonjunktur ist in sehr guter Verfassung. Insbesondere die Industrie und das verarbeitende Gewerbe berichten über gute Betriebsauslastungen und positive Geschäftserwartungen.

Risiken für den Aufschwung ergeben sich durch einen verstärkten Fachkräftemangel, hervorgerufen durch die in vielen Branchen fehlenden Nachwuchskräfte. Erstmals gibt es in einem Jahr in Deutschland mehr Studienanfänger wie junge Leute, die mit einer Ausbildung beginnen.

Die Entwicklung der Volksbank Nordoberpfalz eG im Jahr 2014

Vertreterversammlung 2015

Wachstum bei betreutem Kundenvolumen, Bilanzsumme, Kundeneinlagen und -krediten

Das betreute Kundenvolumen (bilanzielles plus außerbilanzielles Kundenvolumen) stieg um 5,8% (96 Mio. Euro) auf 1,76 Mrd. Euro. Die Bilanzsumme hat sich um 4,4% auf 951,1 Mio. Euro erhöht. Der Anstieg lag dabei über dem Durchschnitt der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken (+3,5%).

Die Kundengelder sind um 3,5% auf 688 Mio. Euro gestiegen. Der Zuwachs betrug nominell 23,5 Mio. Euro. Bei den bayerischen Genossenschaften betrug der Zuwachs ebenso 3,5%.

„Die Volksbank betreibt eine „genossenschaftliche Geschäftspolitik“: Unser unternehmerischer Auftrag ist als Volksbank bei der Bevölkerung dafür zu werben, dass sie uns ihre Geldanlage- und Sparbeträge anvertraut. Wir bitten weiter darum! Wir finanzieren damit in der Nordoberpfalz Privat- und Firmenkunden, Freiberufler und Landwirte. Wir sagen das nicht nur, wir handeln täglich so, wir leben das“,  so Direktor Gerhard Ludwig.

Die Forderungen an Kunden betrugen zum 31.12.2014 69,63% der Bilanzsumme. Das bilanzwirksame Kundenkreditvolumen stieg um 8,7% auf 662,2 Mio. Euro (in Bayern: 4,5%). Die Kreditgenehmigungen betrugen im Jahr 2014 355 Mio. Euro.

„Wir finanzieren Privatkunden und den selbständigen Mittelstand in unserer Heimatregion. Die Kreditentscheidung treffen wir immer hier in der Region. Dabei suchen wir immer die dauerhafte Geschäftsbeziehung“, erläuterte Direktor Gerhard Ludwig.

Gewinn ermöglicht hohe Rücklagenbildung - Stabilität der Volksbank weiter gestärkt

Die Eigenmittel konnten im Jahr 2014 weiter ausgebaut werden. So konnte das harte Kernkapital auf 68.343 TEUR gesteigert werden. Dabei wurden zum harten Kernkapital zählende Rücklagen nach § 340g HGB (Fonds für allgemeine Bankrisiken) mit weiteren 4.000 TEUR dotiert. Die Eigenmittel gem. Art. 25 ff. CRR betragen zum Jahreswechsel 90,3 Mio. EUR. Nach der Vertreterversammlung mit Genehmigung des Jahresabschlusses 2014 und der Gewinnverteilung steigen die Eigenmittel um 5,7 Mio. EUR auf 96,0 Mio. EUR. Das Ergänzungskapital beträgt nach Genehmigung des Jahresabschlusses 27.658 TEUR.

Das Gesamtbetriebsergebnis lag deutlich über 1% des durchschnittlichen Geschäftsvolumens. Verwaltungskosten, die deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt lagen,  haben zu dem positiven Ergebnis beigetragen.   

Volksbank investiert weiter in die Region – hohe Wertschöpfung für die Region

Insgesamt flossen 17,9 Mio. EUR über Gehälter, Aufwendungen für Lieferungen und Leistungen, Steuern und Dividende an Wertschöpfung in die Region.

Risikolage im Kundenkreditgeschäft

Im Jahr 2014 musste die Volksbank netto Einzelwertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von 1.762 TEUR bilden. Die Insolvenz von zwei Unternehmen hat hierzu leider wesentlich beigetragen.

Gemäß unserem genossenschaftlichen Auftrag sind wir stark in das gewerbliche Geschäft des selbständigen Mittelstandes der Region eingebunden. Unser geschäftspolitisches Ziel ist eine weitere Qualitätsverbesserung unseres Kreditportfolios. In diesem Geschäftsbereich lassen sich Risiken aber nicht vollständig vermeiden, so Direktor Gerhard Ludwig.

Zahl der Ausbildungsplätze weiter erhöht

Zum 31.12.2014 beschäftigte die Volksbank (incl. Tochterfirmen) 208 Mitarbeiter, darunter 127 Ganztags- und 57 Teilzeit-Beschäftigte sowie 24 Auszubildende.

Auch in diesem Jahr wurde von der Volksbank wieder der Azubi-Preis für besonders erfolgreiche Azubis verliehen. Anna-Maria Stier durfte für den oberpfalzweit besten Abschluss den Volksbank-Ausbildungspreis entgegennehmen, was für die hohe Qualität der Ausbildung in der Volksbank spricht.